Warum sind Konflikte für Führungskräfte und Fortschritt wertvoll?

Konflikte verstehen und konstruktiv nutzen – Teil 1

Konflikte gehören zum Führungsalltag. Sie entstehen in Teams, zwischen Abteilungen oder auf strategischer Ebene. Vielleicht empfindest du sie als störend oder belastend – dabei können sie ein Schlüssel für Innovation, Veränderung und bessere Zusammenarbeit sein.

Vielleicht denkst du jetzt: „Aber Konflikte kosten Energie und können das Teamklima belasten!“ Ja, das stimmt. Und trotzdem: Ohne Konflikte gibt es keinen Fortschritt, keine Klarheit und keine echten Verbesserungen. Sie sind ein natürlicher Bestandteil von Organisationen – und mit dem richtigen Umgang kannst du sie aktiv für die Weiterentwicklung deines Teams und deiner Organisation nutzen.

In dieser 7-teiligen Blogreihe für Führungskräfte zeige ich dir, wie du Konflikte nicht als Störfaktor, sondern als konstruktives Werkzeug verstehst. Du erfährst, wie Konflikte entstehen, welche Dynamiken dabei eine Rolle spielen und wie du Auseinandersetzungen so steuern kannst, dass sie zu guten Lösungen und einer stärkeren Zusammenarbeit führen.

Was dich in dieser Blogreihe erwartet:

✅ Warum Konflikte wertvoll sind (dieser Artikel)
✅ Heiße und kalte Konflikte: Wie du verschiedene Konflikttypen erkennst
✅ Kommunikationsfallen: Wie Missverständnisse entstehen und vermieden werden
✅ Ich-Botschaften & SAG-ES-Methode: Wie du Konflikte konstruktiv ansprichst
✅ Konfliktlösungsstile: Von Flucht bis Konsens – was wann hilft

Was ist ein Konflikt?

Im deutschen Sprachgebrauch hat das Wort „Konflikt“ oft einen negativen Beiklang. Doch ursprünglich stammt es vom lateinischen Wort „confligere“, das schlicht „zusammenstoßen“ oder „aufeinanderprallen“ bedeutet. Konflikte sind also zunächst neutral – erst unsere Emotionen und Bewertungen machen sie zu etwas „Gutem“ oder „Schlechtem“.

Ein Konflikte ist ein Interaktionen, in denen es zu Unvereinbarkeiten kommt, die als Beeinträchtigung erlebt werden. Friedrich Glasl, Konfliktforscher

👉 Beispiel aus dem Führungsalltag:
Stell dir vor, zwei Teammitglieder haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ein Projekt umgesetzt werden soll. Die eine Person möchte sich strikt an den Plan halten, die andere bevorzugt flexible Anpassungen. Solange beide eigenständig arbeiten, gibt es kein Problem. Doch sobald sie eine gemeinsame Entscheidung treffen müssen, entsteht eine Unvereinbarkeit – ein Konflikt.

Drei Ebenen, auf denen Konflikte auftreten können

Nicht jeder Konflikt ist gleich. Um Konflikte gezielt zu lösen, hilft es, ihre Wurzeln zu verstehen. Glasl unterscheidet drei zentrale Ebenen:

Konfliktdynamik

Persönliche (intrapersonale) Konflikte – innere Widersprüche klären

Diese Konflikte entstehen in uns selbst. Vielleicht willst du eine größere Führungsrolle übernehmen, bist dir aber unsicher, ob du bereit dafür bist. Oder du musst eine schwierige Entscheidung treffen und bist innerlich hin- und hergerissen.

Fragen, die du dir als Führungskraft stellen kannst:

  • „Setze ich mich für eine unpopuläre Entscheidung ein oder halte ich mich zurück?“
  • „Wie kann ich klare Führung zeigen, ohne Widerstände auszulösen?“

Zwischenmenschliche (interpersonale) Konflikte – Team-Dynamiken verstehen

Hier treffen unterschiedliche Meinungen, Erwartungen oder Interessen aufeinander. Klassische Beispiele sind Spannungen im Team oder Meinungsverschiedenheiten mit einer Kollegin oder einem Kollegen.

⚡️Typische Führungskonflikte:

  • Ein Teammitglied fühlt sich unfair behandelt und äußert seinen Frust – wie reagierst du?
  • Zwei Mitarbeitende geraten immer wieder aneinander – wann solltest du eingreifen?

Strukturelle Konflikte – Systembedingte Spannungen lösen

Manchmal entstehen Konflikte nicht zwischen einzelnen Personen, sondern durch die Rahmenbedingungen einer Organisation. Ein klassisches Beispiel ist die Spannung zwischen den Abteilungen Entwicklung und Vertrieb:

  • Entwicklung: „Wir brauchen Zeit für Qualität!“
  • Vertrieb: „Wir müssen das Produkt so schnell wie möglich verkaufen!“

Hier liegt der Konflikt nicht bei einzelnen Personen, sondern in den unterschiedlichen Logiken der Unternehmensbereiche. Als Führungskraft musst du solche Konflikte erkennen und Lösungen entwickeln, die beiden Seiten gerecht werden.

Warum du Konflikte nicht vermeiden solltest

Viele Menschen versuchen, Konflikte zu umgehen, weil sie unangenehm sind. Doch das ist oft der falsche Weg. Denn: Ungelöste Konflikte verschwinden nicht – sie schwelen weiter und können sich verschärfen.

Ein konstruktiver Umgang mit Konflikten bedeutet:
✅ Konflikte frühzeitig zu erkennen und bewusst anzusprechen.
✅ Missverständnisse zu klären, bevor sie eskalieren.
✅ Spannungen im Team als Potenzial für Innovation und Verbesserung zu nutzen.

Führungskräfte, die Konflikte aktiv angehen, schaffen eine Kultur des Vertrauens und der Offenheit. Das wirkt sich nicht nur positiv auf das Teamklima aus, sondern auch auf die langfristige Leistungsfähigkeit der Organisation.

Wie geht es weiter?

In den nächsten Teilen dieser Blogreihe tauchen wir tiefer in das Thema Konfliktbewältigung ein:

👉 In Teil 2 erfährst du, warum Konflikte nicht nur Probleme, sondern echte Chancen sind. Wir sprechen darüber, wie Auseinandersetzungen Innovationen fördern, Beziehungen stärken und Entscheidungen verbessern können.

💡 Lass uns diskutieren!
Welche Konflikte erlebst du in deiner Führungsrolle am häufigsten? Und wie gehst du damit um? Schreib es in die Kommentare oder teile deine Erfahrungen auf LinkedIn!

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Manuela

Ich bin Manuela Grundner und beruflich eine bunte Hündin. Als Raumschafferin gestalte ich in Organisationen einen Platz, an dem verschiedene Ideen, Kompetenzen und Meinungen zueinander finden. Als Konfliktreglerin beleuchte und entwickle ich mit humorvollem Scharfblick die Kommunikations- und Konfliktkultur in Teams und Organisationen. „Ins Tun kommen und Klarheit schaffen sind dabei meine Lieblingszutaten.“

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