Wenn Gespräche schwieriger werden, Missverständnisse zunehmen oder unterschiedliche Sichtweisen aufeinanderprallen, bindet das Energie. Entscheidungen werden vertagt, die Zusammenarbeit leidet und die Situation belastet alle Beteiligten.
Je länger solche Situationen ungelöst bleiben, desto stärker beeinflussen sie den Arbeitsalltag. Aufgaben werden mühsamer, Abstimmungen schwieriger und wichtige Themen bleiben liegen. Das kostet Zeit, Ressourcen und oft auch Motivation.
Konfliktbearbeitung schafft Raum für Klärung. Ziel ist nicht zwingend Harmonie. Ziel sind Klarheit, ein besseres Verständnis der Situation und Entscheidungen, die ein Weiterarbeiten ermöglichen. Manchmal entstehen daraus neue Vereinbarungen. Manchmal wird deutlich, dass eine Trennung der bessere Weg ist. Entscheidend ist, dass wieder eine bewusste Entscheidung getroffen werden kann – statt in einer belastenden Situation festzustecken.
Führungskräfte melden sich bei mir, wenn Gespräche schwieriger werden, Spannungen zunehmen oder die Zusammenarbeit ins Stocken gerät. Konfliktbearbeitung kann sinnvoll sein, wenn …
Ich arbeite vor allem mit Menschen in Unternehmen, öffentlichen Organisationen und Vereinen.
„Passt schon.“ Eine typisch österreichische Antwort, die oft bedeutet: Eigentlich passt gar nichts, aber wir sprechen lieber nicht darüber.
In unserem Kulturkreis fällt es vielen Menschen schwer, Konflikte anzusprechen. Wer zugibt, dass es Spannungen, Unstimmigkeiten oder festgefahrene Situationen gibt, befürchtet schnell als schwierig zu gelten. Dabei ist oft das Gegenteil der Fall.
Wo Menschen zusammenarbeiten, treffen unterschiedliche Bedürfnisse, Erfahrungen, Interessen und Sichtweisen aufeinander. Konflikte sind deshalb nichts Ungewöhnliches – sie gehören zum Zusammenarbeiten dazu.
Zu viel Harmonie kann sogar verhindern, dass wichtige Themen angesprochen, Entscheidungen getroffen oder neue Ideen entwickelt werden. Konflikte machen sichtbar, wo etwas geklärt werden möchte. Sie schaffen die Möglichkeit, Unterschiede zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und Entwicklung anzustoßen.
Die Frage ist deshalb nicht, ob Konflikte entstehen. Die entscheidende Frage ist, wie wir mit ihnen umgehen.
Konflikte können Entwicklung ermöglichen. Sie können aber auch Schaden anrichten.
Ein Gewitter hat eine reinigende Funktion und kann gleichzeitig viel zerstören.
Genau so verhält es sich auch mit Konflikten. Es kommt darauf an, wie heiß und schwül das Wetter vorher war, ob ich auf dem höchsten Punkt eines Gipfels stehe oder gemütlich auf meinem Sofa sitze und wie viel Wasser der Boden noch aufnehmen kann.
Der österreichische Konfliktforscher Friedrich Glasl hat im Phasenmodell der Eskalation beschrieben, wie Konflikte eskalieren können. Je länger Spannungen unbearbeitet bleiben, desto schwieriger wird es oft, gemeinsam Lösungen zu finden.
Deshalb lohnt es sich, frühzeitig hinzuschauen und belastende Themen besprechbar zu machen.
Konflikte entstehen selten nur zwischen Menschen. Neben unterschiedlichen Interessen und Erwartungen spielen oft auch Rollen, Zuständigkeiten und organisatorische Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle.
Deshalb betrachte ich sowohl die Beziehungen zwischen den Beteiligten als auch das Umfeld, in dem sie zusammenarbeiten. Als ausgebildete Mediatorin verbinde ich Mediation mit systemischem Denken, Organisationswissen und kreativen Methoden.
Wenn sich Gespräche wiederholen, Entscheidungen ausbleiben und dieselben Themen immer wieder auftauchen, lohnt sich ein genauer Blick. Oft melden sich Führungskräfte bei mir, wenn sie merken, dass die Situation feststeckt und bisherige Lösungsversuche nicht weiterführen.
Grundsätzlich gehört Konfliktbearbeitung zur Führungsaufgabe. Gleichzeitig bleibst du als Führungskraft Teil des Systems, während eine externe Mediatorin von außen auf die Situation blickt und nach dem Prozess wieder hinausgeht. Externe Unterstützung kann besonders dann hilfreich sein, wenn Allparteilichkeit gefragt ist oder Gespräche immer wieder scheitern.
Nicht jeder Konflikt ist laut. Manche zeigen sich durch offene Auseinandersetzungen, andere bleiben lange verborgen. Hinweise können Grüppchenbildung, Tuscheln, vermiedene Gespräche, gegenseitige Schuldzuweisungen oder immer wiederkehrende Reibungen zwischen Teams und Bereichen sein.
Nicht unbedingt. Harmonie ist dann hilfreich, wenn auch schwierige Themen offen angesprochen werden können. Werden Unterschiede, Spannungen oder Probleme jedoch nicht mehr besprochen, kann fehlender Streit ein Hinweis auf einen unausgesprochenen Konflikt sein.
Mediation ist ein strukturierter Prozess zur Klärung von Konflikten. Zu Beginn klären wir gemeinsam die Situation und die beteiligten Personen. Im weiteren Prozess werden unterschiedliche Sichtweisen, Interessen und Bedürfnisse sichtbar gemacht, bevor gemeinsam nach Lösungen gesucht wird.
Als Mediatorin unterstütze ich dabei, festgefahrene Themen anzusprechen und einen Rahmen für konstruktive Gespräche zu schaffen. Die Entscheidungen und Lösungen entwickeln die Beteiligten selbst.
Ziel ist nicht zwingend Harmonie. Ziel sind Klarheit, gegenseitiges Verständnis und eine bewusste Entscheidung darüber, wie es weitergeht. Daraus können neue Vereinbarungen entstehen – manchmal wird aber auch deutlich, dass andere Wege sinnvoller sind.
Nicht jeder Konflikt ist ein Problem zwischen einzelnen Personen. Oft spielen auch Rollen, Zuständigkeiten, Erwartungen oder organisatorische Rahmenbedingungen eine Rolle. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die Beteiligten zu schauen, sondern auch auf die Strukturen, die Konflikte begünstigen.
Nicht jede Frage rund um Konflikte lässt sich auf dieser Seite beantworten. In meiner Blogreihe „Konflikte verstehen und konstruktiv nutzen“ teile ich Erfahrungen, Modelle und praktische Impulse für Führungskräfte, Teams und Organisationen.
Die sechs Artikel zeigen, wie Spannungen entstehen, warum sie oft missverstanden werden und wie sie konstruktiv bearbeitet werden können.
Nicht jede schwierige Situation braucht sofort eine Mediation. In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation und klären, welche Unterstützung hilfreich sein kann.
E-Mail: manuela.grundner@murbit.at
Telefon: +43 676 88 657 301